Wissenschaft 

Auf diesen Seiten informieren wir Sie in regelmäßigen Abständen über wissenschaftliche Neuigkeiten, die demenzielle Erkrankungen und deren Erscheinungsformen, Diagnostik und Therapie betreffen. Die nebenstehende Abbildung verweist auf die Durchführung eines Elektroenzephalogramms (EEG) - eine anerkannte Methode der neurologischen Forschung, die wichtige Grundlagenerkenntnisse liefert.

Weiterführende Informationen, welche die Vernetzung von Demenz und anderen neurologischen Pathologien betreffen, erhalten Sie beispielsweise auf der entsprechenden Internetpräsenz der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN). 

Podcast

In unserem regelmäßig erscheinenden Podcast erläutern der Erste Vorsitzende, Professor Hans-Jürgen von Giesen, sowie weitere Expertinnen und Experten aus einschlägigen Forschungsbereichen neuere psychiatrische Entwicklungen und diskutieren die zu erwartenden Auswirkungen auf Betroffene und Angehörige. Ihre Initiative lohnt sich: Sie haben Gelegenheit, eine Fachfrage einzureichen, die in einem der nachfolgenden Podcasts aufgegriffen und beantwortet wird. 

Neue Hoffnung: Aducanumab

Aducanumab bezeichnet einen Wirkstoff, der bisher nur in wissenschaftlichen Studien der Alzheimer-Forschung eingesetzt worden ist und der ausschließlich für solche Patientinnen und Patienten vorgesehen ist, die sich in einem frühen Stadium der Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) befinden. Die Wirkung dieser mit großen Hoffnungen verbundenen Substanz ist umstritten, und die neuesten Entwicklungen im Bereich der Forschung weisen darauf hin, dass zunächst keine Zulassung erteilt wird. Denn die Ergebnisse der entsprechenden Studien sind durchaus widersprüchlich. Es gilt ferner zu beachten, dass Aducanumab weder eine dauerhafte Heilung der Alzheimer-Erkrankung herbeiführen noch deren Verlauf signifikant beeinflussen kann. Auf der Internetpräsenz der Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) können Sie sich über den Wirkstoff informieren. 

Ein kleiner Pieks, der alles revolutionieren wird?

Die medizinische Forschung ist ihrem Wunsch, Morbus Alzheimer bereits in einem frühen Stadium vor Ausbruch durch Blutuntersuchungen zu erkennen, erneut näher gekommen. Die nachstehenden Verweise führen Sie sowohl zum entsprechenden Fachartikel im Deutschen Ärzteblatt als auch zur englischsprachigen Originalstudie. Die Abbildung (links) verweist auf die für die Alzheimer-Erkrankung charakteristischen Ablagerungen (Tau- und Amyloid-Beta-Proteine) im betroffenen Nervengewebe der Patientinnen und Patienten.

Eine Sache der Gene?

Die Frage nach den genetischen Grundlagen demenzieller Erkrankungen, insbesondere der Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT), taucht des Öfteren im Beratungsalltag auf. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es bereits betroffene Familienmitglieder gibt und Unsicherheit dahingehend besteht, ob ein erhöhtes persönliches Erkrankungsrisiko vorliegt. Die Alzheimer Forschung Initiative e. V. geht der Frage nach, welche Form häufiger ist: die erblich bedingte - oder die altersbedingte? Es überrascht, dass in der Tat nur etwa ein Prozent aller Erkrankungsfälle auf eindeutig erblich bedingte Ursachen - also: Gene - zurückzuführen ist. Einen Artikel, der sich mit der genetischen Prädisposition der Alzheimer-Krankheit auseinandersetzt, rufen Sie über den nachfolgenden Verweis ab. Unsere Videoreihe informiert Sie über ausgewählte Formen der Demenz.

Lebensstile

Demenzielle Erkrankungen sind im Prinzip nicht heilbar, sondern lassen sich durch therapeutische Maßnahmen behandeln, die stets an den Einzelfall angepasst werden sollten. Damit jeder Mensch bereits frühzeitig der Gefahr eines mentalen Verfalls entgegenwirken kann, hat die Forschung Risikofaktoren identifiziert: Ein ungünstiges soziales Milieu, das in der Regel ebenfalls mit einem geringen sozioökonomischen Status (z. B. Schul- und Berufsausbildung) einhergeht, sowie unregelmäßige körperliche (und kognitive) Bewegung stellen lediglich eine Auswahl der bedeutendsten Risikofaktoren dar. Durch rechtzeitige und kontrollierte Lebensstilanpassung lassen sich jene Faktoren modifizieren, um das eigene Demenzrisiko zu senken. Der verlinkte Fachartikel greift die fundamentale Bedeutung des Zusammenhanges zwischen Demenz und Lebensstil auf. 

Coronavirus und Demenz: der Arztbesuch

Wer bereits eine demenzielle Erkrankung aufweist oder eine solche Entwicklung aufgrund 
nachlassender Gedächtnisfunktionen bei sich vermutet, sollte wegen des Infektionsrisikos keine 
Furcht vor einem Arztbesuch haben und in jedem Fall diagnostische Maßnahmen in Anspruch 
nehmen. Die Alzheimer Forschung Initiative e. V. macht hierauf in einem Beitrag aufmerksam.

Schilddrüse und Demenz

Als wichtiges hormonproduzierendes Organ des menschlichen Körpers nimmt 
die Schilddrüse Einfluss auf zahlreiche physiologische und psychologische Prozesse. 
Ob und inwiefern sie auch das Demenzrisiko mitbestimmt, ist Gegenstand einer 
Untersuchung gewesen, über die im nachfolgenden Fachartikel berichtet wird. 

Kasuistik

Bildgebende Verfahren, in diesem beispielhaften Einzelfall die Computertomografie (CT), erlauben die Aufnahme einer intrazerebralen Blutung (ICB), die in rötlicher Einfärbung zu erkennen ist. Derartige Schädigungen sind recht häufig auf arteriellen Bluthochdruck zurückzuführen und begünstigen die Entstehung vaskulärer Demenzen (VaD), die bisher nicht heilbar sind. Einen wissenschaftlichen Artikel, der sich mit dem Zusammenhang von vaskulärer Demenz und Bluthochdruck (Hypertonie) auseinandersetzt, können Sie über den nachfolgenden Link abrufen. Eine gesunde Lebensweise, die nicht nur ganzheitliche Ernährung, sondern auch befriedigende soziale Aktivitäten umfasst, stellt einen wirksamen Schutzfaktor dar. 

Psychometrie

Der Uhrentest stellt heute ein gängiges Verfahren in der Diagnostik der Alzheimer-Demenz dar. Es wird davon ausgegangen, dass die Patientinnen und Patienten bereits in einem frühen Stadium Defizite in der räumlichen Vorstellungskraft aufweisen. Dies sollte sich dann auch in der Testleistung niederschlagen: Ist das Ziffernblatt korrekt eingezeichnet? Ist die vom Testleiter vorgegebene Zeit anhand der Zeiger richtig eingestellt? Der Uhrentest kann lediglich einen Hinweis auf eine demenzielle Erkrankung geben; er wird außerdem in der Verlaufskontrolle häufig eingesetzt. Um den Verdacht einer Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) zu erhärten, sind Laboruntersuchungen (Liquor) und bildgebende Verfahren unerlässlich.

Darm und Demenz

Unterschiedliche Studien legen nahe, dass die Zusammensetzung der Darmflora die Menge der Eiweißablagerungen im Gehirn beeinflussen und somit das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung erhöhen könnte. Diese Erkenntnisse sind insofern interessant, als sie die Bedeutung der gesunden Ernährung bei der Prävention demenzieller Erkrankungen hervorheben und neue Therapiemöglichkeiten eröffnen. 

Luftverschmutzung fördert Demenzen durch Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen

Erfahren Sie etwas darüber, wie eine erhöhte Konzentration von Feinstaub und Stickoxiden das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, erhöhen kann - bereits bei einer Belastung der Luft unter den geltenden Grenzwerten. Welche Rolle spielen hierbei Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte?  

 Bundesregierung beschließt Nationale Demenzstrategie für die Zukunft

 Bis 2050 wird sich die Zahl der Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, in Deutschland nahezu verdoppeln. Mit Blick auf die alternde Gesellschaft will die Bundesregierung künftig bessere Rahmenbedingungen für Menschen mit Demenzen schaffen: Es entstand kürzlich die Nationale Demenzstrategie.

Chronische Darmentzündungen verdoppeln das Demenzrisiko

 Wer an chronisch-entzündlichen Darm­er­krank­ungen (CED) leidet, weist gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein mehr als doppeltes Risiko auf, 
eine Demenz zu entwickeln. Diese wird außerdem bis zu sieben Jahre früher diagnostiziert als bei Menschen, die jene Darmstörungen nicht haben.

Die süße Medizin: Schokolade gegen Demenz?

Während Schokolade gemeinhin als Dickmacher verschrien ist, hat die medizinische Forschung die
in Kakaobohnen enthaltenen Flavonole in den Blick genommen, welche den Ruf haben, die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern. Doch gilt dies auch bei älteren Menschen, die bereits Beeinträchtigungen der Gedächtnisleistung zeigen? Der Fachartikel verweist auf eine interessante Studie zu diesem Thema. 

Empirische Forschung

Studierende des Referenten Dirk Bahnen haben im Rahmen ihrer Ausbildung wissenschaftliche Plakate erstellt, um den Lehrstoff vertieft aufzubereiten. Diese Arbeiten wurden auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem LVR-Klinikum Viersen unter Mitwirkung von Professor Hans Förstl aus München am 12. Februar 2020 öffentlich präsentiert. Es standen insgesamt drei Themen im Vordergrund: 

  • Spezifische Betreuung von Menschen mit Demenz: Verschiedene kognitive Einschränkungen erfordern angepasste Betreuungsmaßnahmen und Milieugestaltungen (Plakat).


  • Delir und Demenz: In Seniorenheimen werden delirante Syndrome vorschnell als dementielle Syndrome verkannt (Plakat).


  • Ungenaue Diagnostik führt zu ungenauer Pflege: Verschiedene Demenzformen erfordern angepasste individuelle pflegerische Interventionen (Plakat).


Die Grafik veranschaulicht die mit Nervenwasser (Liquor) gefüllten Hirnventrikel; Abflussbehinderungen führen zu den charakteristischen Symptomen des Normaldruckhydrozephalus (NPH), einer behandelbaren Form der Demenz. 

Wissenschaftliche Anamnese

Die Abbildung zeigt den farblich hervorgehobenen Frontallappen, dessen Funktion beim Vorliegen einer frontotemporalen Demenz (FTD) beeinträchtigt ist. Diese und andere Formen der Demenz stellen gewisse Anforderungen an die Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese), weil nicht alle Symptome selbst berichtet werden können. Im Allgemeinen stellt die wissenschaftliche Anamnese den ersten Schritt der Diagnostik dar; sie besteht vor allem im systematischen Sammeln relevanter Informationen. Von Vorteil wäre es - neben der Befragung des Patienten -, eine Fremdanamnese hinzuzuziehen: Der Betroffene neigt zum Verschweigen der Probleme bis hin zur Krankheitsuneinsichtigkeit, welche ein Symptom sein kann. 

  • Seit wann bestehen Auffälligkeiten und erste Symptome? 
  • Sind Gedächtnis, Sprache, Orientierung sowie Planung beeinträchtigt?
  • Liegen Persönlichkeitsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Halluzinationen oder ungewöhnliches Schlaf- und Essverhalten vor?
  • Sind Alltagsfunktionen beeinträchtigt (Körperpflege, Kleidung, Einkaufen, Hobbys, Straßenverkehr, Arbeit und Sozialverhalten)?


Weitere Informationen zur Diagnostik demenzieller Syndrome stehen Ihnen in unserem Faltblatt zur Verfügung, das Sie bei Interesse anfordern können.